Die Meriniden (1269-1420)

Die Meriniden (Beni Meri), ein Stamm der Zenata-Berber, waren von den Almohaden aus den östlichen Sahara-Randgebieten herbeigerufen worden, um deren geschwächte Truppen zu verstärken. Doch als sich das Ende der Almohadenherrschaft abzeichnete, rückten diese Pferdenomaden unter ihrem Führer Abu Jahia im Jahre 1250 in Fès ein. In harten Kämpfen eroberten sie bis 1269 ganz Marokko und proklamierten eine eigene Dynastie. 1275 kam der Merinidensultan Abu Yusuf Yaqub den letzten islamischen Bastionen in Spanien zu Hilfe und erfocht in der Schlacht bei Ecija unweit Sevilla gegen die Christen einen Sieg (Córdoba war 1236, Sevilla 1248 gefallen). Aber er besass nicht mehr die Stärke, die Reconquista, das mächtige Feuer der christlichen Wiedereroberung, zu löschen. Er unterwarf die nördlichen Teile des heutigen Algerien und beherrschte Marokko bis tief in den Süden hinein. Seine Kaperschiffe bedrohten die christliche Seefahrt. Die marokkanischen Städte, voran die Hauptstadt Fès, schmückten die Meriniden mit herrlichen Bauwerken. Ihre höchste Blüte erreichte die Dynastie unter Abu l-Hasan, der sich nach einer verheerenden Niederlage am Rio Salado im Jahre 1340 aus Spanien zurückzog, und unter Abu Inan Faris. Nachfolgestreitigkeiten und Stammesfehden bedrohten in den folgenden Jahrzehnten, in denen sich 24 Herrscher ablösten, den Bestand der Dynastie. 1415 fiel Ceuta als erste afrikanische Besitzung in die Hände der Portugiesen.