Die Wattasiden, arabisch: وطاسيون, Berber: ⵉⵡⵟⵟⴰⵙⵉⵢⵏ, (Beni Ouattas), waren eine islamische Berber-Dynastie. Als Regenten des letzten Meriniden-Sultans übernahmen sie in den 1420er Jahren de facto die Macht in Marokko, das sie – ab 1472 völlig unabhängig – bis zu ihrem eigenen Sturz durch die Saditen 1554 beherrschten.
Herrscher der Wattasiden:
Abu Zakariya Yahya I. (1420–1448)
Ali (1448–1458)
Yahya II. (1458–1459)
Abu Abdallah Muhammad I. asch-Schaich (1472–1505)
Abu Abdallah Muhammad II. al-Burtuqali (1505–1524)
Abu Hassun Ali (1526 und 1554)
Ahmad (1524–1545 und 1547–1549)
Nasir ad-Din Muhammad III. al-Qasri (1545–1547)
1420 begründeten die Wattasiden, einst die engsten Verbündeten der Meriniden, eine neue, allerdings sehr schwache Dynastie. 1492 eroberten die Christen unter den "Katholischen Königen" Ferdinand II. von Aragón und seiner Gemahlin Isabella 1. von Kastilien und León die Stadt Granada, den letzten maurischen Besitz in Spanien, und beendeten damit die "Reconquista". Ein Strom von Muslimen (Moros) und Juden ergoss sich nach Marokko, dessen Fürstentümer den Flüchtlingen Asyl gewährten. Die Wattasiden mussten den Portugiesen gestatten, an mehreren Stellen der Atlantikküste Handelsniederlassungen einzurichten, die die Portugiesen später zu befestigten Hafenstädten ausbauten: Tanger, Azemmour, Mazagdo (El Jadida), Safi und Agadir. Die Machtlosigkeit der Wattasiden gegenüber den christlichen Kolonisatoren führte schliesslich zum Sturz ihrer Dynastie.