Muhammad an-Nasir (?-1213)

Muhammad an-Nasir († 25. Dezember 1213 in Rabat) war von 1199-1213 der vierte Kalif der Almohaden

Muhammad an-Nasir war als Nachfolger von Abu Yussuf Yaqub Ibn Jussuf al-Mansur ein schwacher und unsicherer Herrscher. Dennoch herrschte zunächst in Andalusien weitgehende Ruhe. Dagegen dauerten die Kämpfe mit den Banu Ghanija unter Yahya in Ifriqiya an. Diese eroberten zeitweise sogar Tunis (1203). Allerdings konnten sie sich nicht gegen den Statthalter Abu Muhammad Abd al-Wahid (Sohn von Abu Hafs Umar) behaupten, der die Banu Ghanija 1209 in Tripolitanien am Dschabal Nafusa vernichtend schlug. Ausserdem waren schon 1203 die Balearen von den Almohaden unterworfen worden. Allerdings kämpfte Yahya weiter, wurde 1223 erneut schwer geschlagen, setzte sich in Sidschilmasa fest und fiel erst 1237 im Kampf gegen die Almohaden. Diese andauernden Kämpfe führten dazu, dass die Statthalter der Hafsiden in Ifriqiya zunehmend an Macht gewannen.

Gegen 1210 kam es auch zu einem Bündnis der christlichen Reiche in Spanien für einen Kreuzzug gegen die Almohaden. Diese wurden von dem vereinten christlichen Heer am 16. Juli 1212 in der Schlacht bei Las Navas de Tolosa vernichtend geschlagen. Von dieser Niederlage haben sich die Muslime in Andalusien nicht wieder erholt. Auch wurde die Herrschaft der Almohaden in diesem Teil Europas schwer erschüttert.

Muhammad an-Nasir starb im Dezember 1213. Nachfolger wurde der minderjährige Yusuf II. al-Mustansir, mit dem der Niedergang des Reiches einsetzte.