Idris I. verstorben 791; auch Idris ibn Abdullah, arabisch: إدريس بن عبدالله, war der erste Herrscher der Idrisiden von 788 bis 791.
 
Idris ibn Abdellah (el-Kamil) war ein Abkömmling des Kalifen Ali ibn Abi Talib (656–661). Nach der Verwicklung in eine Revolte der Aliden gegen die Abbasiden (786) musste er aus Medina fliehen und kam über Ägypten nach Marokko. Dort verbreitete er unter den, teilweise noch heidnischen, Auraba-Berbern im nördlichen Marokko den sunitischen Islam. Er wurde von den Berbern in Nordmarokko und dem Rif-Gebirge als Imam anerkannt. Zentrum seiner Herrschaft wurde Walila (das antike Volubilis).
 
Indem er 789 Agadir bei Tlemcen eroberte und die Banu Ifran besiegte, begann Idris I. auch mit der Ausdehnung seines Machtbereiches. Ausserdem weitete er seinen Einfluss durch ein Bündnis mit den Magrawa-Berbern unter Muhammad ibn Hazar aus. In der Folgezeit gründete er 789 beim heutigen Fès ein befestigtes Heerlager.
 
791 wurde Idris I., vor der Geburt seines Sohnes Idris II., vergiftet. Dies soll auf Anordnung des Kalifen Harun ar-Raschid geschehen sein. Idris I. wurde in Walila, dem heutigen Moulay Idris, bestattet. Später entwickelte sich dieser Ort zu einer bedeutenden Wallfahrtstätte für die Muslime in Marokko.