Mulay Abd al-Hafiz (*1875 - ☪1937), arabisch: عبد الحفيظ بن الحسن, war von 1908-1913 Sultan der Alawiden
Mulay Abd al-Hafiz kam 1908 durch einen Aufstand gegen seinen Bruder Sultan Abd al-Aziz (1893-1908) in Marokko an die Macht. Abd al-Hafiz war bemüht das Ansehen der Dynastie der Alawiden zu erneuern und die Unabhängigkeit Marokkos zu retten.
Er musste aber zunächst die Privilegien der europäischen Mächte bestätigen, um sich deren Anerkennung als Herrscher von Marokko zu sichern. Auch eine Befriedung des Reiches gelang ihm nicht. Gegen die Zentralisierungspolitik kam es 1911 zu einer grossen Revolte der Stämme, wobei die Aufständischen bis nach Fès vorstiessen. Mulay Abd al-Hafiz konnte seine Herrschaft nur durch die Intervention französischer Truppen retten.
Dieses offene französische Engagement in Marokko führte im gleichen Jahr zur 2. Marokkokrise. Nach Verhandlungen erkannte Deutschland nun Marokko als französisches Interessensgebiet an. Frankreich konnte nun am 30. März 1912 durch den Vertrag von Fès sein Protektorat über Marokko errichten. Nordmarokko musste dabei an Spanien abgetreten werden, während Tanger einen internationalen Status erhielt. Ein Jahr darauf wurde Mulay Abd al-Hafiz von der französischen Protektoratsmacht zur Abdankung gezwungen. Nachfolger wurde sein Bruder Mulay Yussuf