Mulay Sulaiman (geboren 1760;  verstorben 1822), arabisch: مولاي سليمان, war von 1798 bis 1822 Sultan der Alawiden
 
Als nach dem Tod von Mulay Muhammad III. erneut Thronkämpfe unter den Alawiden ausbrachen, gelang es Mulay Sulaiman, sich gegen andere Brüder durchzusetzen und den Thron zu besteigen (1798). Wie Mulay Muhammad III. bemühte sich Sulaiman den Handel mit Europa durch Steuererleichterungen und Zollvergünstigungen zu fördern. Besonders enge Beziehungen bestanden zu den USA. Dem diente auch das offizielle Verbot der Piraterie 1817. Allerdings wurde das Verbot der Piraterie erst unter seinem Nachfolger Mulay Abd ar-Rahman wirklich durchgesetzt, woraufhin die USA 1836 Marokko überfielen und deren Kriegsschiffe marokkanische Häfen bombardierten.
 
Unter dem Einfluss der Wahabitenbewegung in Zentralarabien versuchte Mulay Sulaiman gegen Ende seiner Regierung auch in Marokko den Islam zu erneuern. Allerdings stiess das Verbot des Marabutkults sowie von Festen an Heiligengräbern und bestimmter Rituale der Bruderschaften auf heftigen Widerstand der Bevölkerung. In der Folgezeit kam es zu Unruhen der Bruderschaften und Marabuts. Allerdings starb Sulaiman schon 1822.
 
Unter seinem Neffen Mulay Abd ar-Rahman wurden die Massnahmen gegen die Bruderschaften und Marabuts wieder eingestellt.