Agdz

Wer kennt schon Agdz (30° 41' N, 6° 26' W)  - ein kleines Städtchen im Draa-Tal am Fuss des Djebel Kissane (der sich über Dutzende von Kilometern parallel zum Fluss Draa hinzieht), an der Strasse, die von Ouarzazate nach Süden geht und im Mittelalter regelmässig von Karawanen durchzogen wurde im Südosten von Marokko zwischen Ouarzazate und Zagora, das höchstens durch seine vielen Teppich- und Souvenirgeschäfte und seinen typisch rot getünchten Häusern auffällt ? Man hält höchstens mal auf der Durchreise von oder nach Zagora für eine Cola oder eine kleine Zwischenverpflegung und hat Mühe, dabei nicht in einen der Läden geschleppt zu werden. Und doch birgt dieser Ort ein Kleinod, das zu entdecken sich lohnt. Der Ort liegt mitten in einer der fünf Hauptoasen des Tals und überragt eine Reihe von Stellwänden, in die sich der Draa buchstäblich eingeschnitten hat, vom geologischen Standpunkt aus eine sehr interessante Erscheinung, da diese besondere Stratifikation dem Gebirge eine einzigartige sonderbare Streifung verleiht. Auf dem Hauptplatz des Dorfes wird nach alter Handelstradition ein bunter und reger Markt abgehalten, wo man an den Ständen zwischen Cafes und charakteristischen Lädchen Gewürze, Steinsalz, Stoffe und typisch gearbeitete Metallartikel kaufen kann.

Im Stadtzentrum sieht man ein Wegweiser: Camping Kasbah Palmeraie. Zwei Kilometer weiter umschliesst eine Lehmmauer das Gelände, eine Rezeption, ein Swimmingpool. Aber dahinter eine Wand von Palmen. Es handelt sich um eine noch intakte, bewirtschaftete Palmeraie, in der im vorderen Teil eine Fläche für Zelte eingeebnet wurde.

Auch erwähnenswert ist der Souk mit zahlreichen Produkten aus der Umgebung und dem ganzen Land. Früchte, Gemüse und Esswaren präsentieren sich mit einem derart intensiven Geschmack, dass man am liebsten direkt vor Ort reinbeissen würde. Doch auch hier gilt Vorsicht für empfindliche, europäische Mägen.