Allgemeine Infos
Asilah arabisch: أصيلة، أرزيلة, Koordinaten: 35°28'N 6°02'W, ist eine Kleinstadt mit ca. 19'000 Einwohnern an der Atlantikküste, ca. 40 Kilometer südlich von Tanger entfernt in der Provinz Tanger-Asilah. Die gut erhaltene Medina wird von einer Stadtmauer umgeben, die noch aus portugiesischer Besatzungszeit stammt. Ferner findet man in der Stadt eine ehemalige portugiesische Kirche und den im maurischen Stil erbauten Palais Er-Raissouli, der heute ein Kulturinstitut beherbergt. Direkt hinter der Stadtmauer am Atlantik befinden sich zwei Badestrände, von denen der eine von (hauptsächlich marokkanischen und spanischen) Touristen, der andere von der einheimischen Bevölkerung besucht wird. Ebenfalls am Meer liegt ein alter Friedhof, dessen Gräber auf den ersten Blick wie normale kleine Häuser aussehen. Es gibt dort auch Heiligengräber (sogenannte Marabouts) von marokkanischen Sufis, die noch heute von den Einheimischen besucht werden.Geschichte
In der Antike befand sich bei der Stadt Asilah die phönizische und dann spätere römische Stadt "Zilias" und "Colonia Iulia Zulil". Die Portugiesen eroberten im 15. Jahrhundert den Landstrich und nutzten den Hafen von Asilah für weitere Eroberungsbemühungen im Süden Marokkos; diese blieben allerdings erfolglos. Nach den Portugiesen kamen die Spanier, die jedoch genauso erfolglos blieben. Im Jahr 1691 eroberte Moulay Ismail die Küstenregion um Asilah und konnte sie so schliesslich für Marokko gewinnen. Anfang des 20. Jahrhunderts liess sich der Stammesführer Ahmed ben Mohammed el-Raisuli in der Stadt nieder und ernannte sie zu seinem Hauptquartier. 1906 liess er sich dort sogar zum Pascha von Asilah ausrufen. Er tyrannisierte die Gegend, indem er Karawanen überfiel und einen britischen Journalisten sowie zwei US-Amerikaner entführte. 1924 wurde er schliesslich von Widerstandskämpfern um Abd el-Krim gefangengenommen.Heute spielt neben der Fischerei besonders der Tourismus eine wichtige Rolle. Besonders sehenswert ist die Altstadt (Medina). Enge Gassen, südeuropäisch-mediterran aussehende Häuser, die von einer Stadtmauer mit wuchtigen Wehrtürmen umgeben ist. Diese Befestigung stammt noch aus den Zeiten der portugiesischen Besatzer. Besonders sehenswert aber ist der im maurischen Stil errichtete Prachtbau aus dem Jahr 1909, der Palais Er-Raissouli. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der alte Friedhof der sich direkt am Meer befindet. Hier sind auch einige Heiligengräber „Marabouts“ von marokkanischen Sufis zu finden.
Bekannt ist Asilah auch für sein jährlich im August statt findendes internationales Kulturfestival. Das „Moussem Culturel d'Asilah“ gibt es bereits seit 1978 und lockt jährlich zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an. Zum umfangreichen Programm zählen neben Konzert-, Theater- und Tanzveranstaltungen auch Dichterlesungen und Kunstausstellungen. Ein Besonderheit ist auch das einheimische Maler einige Hausfassaden in Asilah kunstvoll gestalten und diese dann ein bis zwei Jahre zu sehen sind.
Wer seinen Urlaub in Asilah verbringen möchte der findet eine ganze Reihe von Unterkünften für jeden Geschmack und Geldbeutel. Von der grossen luxuriösen Hotelanlage bis zu unzähligen privaten Ferienwohnungen ist alles zu finden. Im Norden von Asilah befindet sich auch noch ein Campingplatz der besonders von Rucksack- und Individualtouristen genutzt wird.
Baden und Windsurfen sind ebenfalls möglich, da sich direkt vor der Haustüre ein Kilometer langer Sandstrand befindet. Wer in seinem Urlaub auf Schnäppchenjagd gehen möchte der wird rund um die Altstadt bestimmt fündig. Unzählige Boutiquen, Souvenirläden oder typisch nordafrikanische Geschäfte sind hier zu finden.
Seit 1989 wird alle zwei Jahre der Tchicaya-U-Tam'si-Preis verliehen; ein Preis für afrikanische Dichtung, benannt nach dem kongolesischen Schriftsteller Tchicaya-U-Tam'si. Mittlerweile wird Asilah von einigen Autoren als die Hauptstadt der afrikanischen und arabischen Schriftsteller betrachtet.