Personen · Schriftsteller
Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta
أبو عبد الله محمد ابن بطوطة

Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta (* 1304 - ☪ 1368) Abschnitte
Steckbrief
- Name
- Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta
- Lebensdaten
- * 24. Februar 1304 in Tanger - ☪ 1368 oder 1377 in Tanger
- Berühmte Werke
- Rihla „Die Reise“
- Sprachen
- Arabisch
Allgemeines
Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta war der bedeutendste muslimische Weltreisende und Entdecker des Mittelalters. Über einen Zeitraum von rund 30 Jahren (1325–1354) legte er mehr als 120.000 Kilometer zurück. Seine Reisen führten ihn durch das gesamte islamische Reich (Dar al-Islam) und weit darüber hinaus. Seine Erlebnisse hielt er in seinem berühmten Werk Rihla („Die Reise“) fest.
Wichtige Lebensstationen und Meilensteine
- Der Aufbruch (1325): Im Alter von 21 Jahren verliess der juristisch ausgebildete Berber Tanger mit dem ursprünglichen Ziel, die islamische Pilgerfahrt (Haddsch) nach Mekka zu absolvieren.
- Die Route: Seine Reise weitete sich schnell aus. Er bereiste Nord- und Ostafrika, den Nahen Osten, Anatolien, das Byzantinische Reich und die Gebiete der Goldenen Horde. Über den Hindukusch gelangte er nach Indien.
- Wirken als Qādī: In Delhi arbeitete er mehrere Jahre lang als islamischer Richter (Qādī) unter Sultan Muhammad bin Tughluq. Später reiste er über die Malediven und Südostasien bis nach China.
- Das Spätwerk: Nach seiner Rückkehr nach Marokko bereiste er das Reich Mali in Westafrika sowie Andalusien. Am Ende seines Lebens diktierte er seine Erinnerungen dem Gelehrten Ibn Dschuzaj.
Bedeutung und Kritik
Ibn Battutas Berichte im Reisebuch Rihla gelten heute als eine der wertvollsten Quellen für die Kulturgeschichte des 14. Jahrhunderts. Er lieferte detaillierte Einblicke in die Gebräuche, Religionen und Politik der besuchten Regionen. Moderne Historiker weisen jedoch darauf hin, dass einige Abschnitte seiner Reise (wie etwa Teile des China- oder Maliberichts) vermutlich auf Schilderungen anderer Reisender basieren oder literarisch ausgeschmückt wurden.