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Ibn Tufail

أبو بكر محمد بن عبد الملك بن محمد بن طفيل القيسي الأندلسي

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Ibn Tufail
Ibn Tufail
Ibn Tufail (* 1110 - ☪ 1185) Abschnitte

Steckbrief

Name
Ibn Tufail
Lebensdaten
* um 1105 in Guadix, Spanien - ☪ 1185 in Marrakesch
Berühmte Werke
Hayy ibn Yaqdhan
Sprachen
Arabisch

Allgemeines

Ibn Tufail (vollständiger Name Abū Bakr Muḥammad ibn ʿAbd al-Malik ibn Muḥammad ibn Ṭufaīl al-Qaīsī al-Andalusi, lateinisch Abubacer) war ein bedeutender arabisch-andalusischer Universalgelehrter, Philosoph, Arzt und Astronom des islamischen Mittelalters. Er wurde um 1105 in Guadix bei Granada geboren und starb 1185 in Marrakesch.
Als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des kulturellen Lebens im Almohaden-Reich diente er dem Kalifen Abu Yaqub Yusuf als Leibarzt und Berater (Wesir). In dieser Rolle förderte er maßgeblich andere Denker der Epoche; unter anderem führte er den jungen Averroes am Hof ein und regte diesen dazu an, seine berühmten Aristoteles-Kommentare zu verfassen.

Das Hauptwerk: Hayy ibn Yaqdhan

Weltweite Berühmtheit erlangte Ibn Tufail durch sein einziges vollständig erhaltenes Werk: den philosophischen Inselroman Ḥayy ibn Yaqżān (Der Philosoph als Autodidakt).

Kultureller Einfluss und Erbe

Das Buch gilt als der erste philosophische Roman der Weltliteratur und prägte Jahrhunderte später das europäische Denken der Aufklärung. Nach seiner Übersetzung ins Lateinische und Englische im 17. Jahrhundert lieferte es wichtige Impulse für das Konzept der Tabula rasa von John Locke und diente als eine der direkten literarischen Inspirationen für Daniel Defoes weltberühmten Klassiker Robinson Crusoe.

  • Die Handlung: Der Roman erzählt von Hayy, einem Jungen, der völlig isoliert auf einer unbewohnten tropischen Insel aufwächst und von einer Gazelle aufgezogen wird.
  • Die Kernbotschaft: Ohne menschliche Sprache, Kultur oder Religion – rein durch systematische Beobachtung der Natur und rationales Nachdenken – durchläuft Hayy verschiedene Entwicklungsstufen. Am Ende erlangt er aus eigener Kraft die höchste wissenschaftliche, philosophische und mystische Erkenntnis Gottes.
  • Der Zweck: Ibn Tufail verteidigte mit dieser Allegorie die Philosophie und die menschliche Vernunft. Er zeigte, dass rationale Wahrheit und religiöse Offenbarung im Kern harmonieren und zum selben Ziel führen.