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Muhammad Al-Arabi ad-Darqawi

محمد العربي الدرقاوي

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Muhammad Al-Arabi ad-Darqawi
Muhammad Al-Arabi ad-Darqawi
Muhammad Al-Arabi ad-Darqawi (* 1760 - ☪ 1823) Abschnitte

Steckbrief

Name
Muhammad Al-Arabi ad-Darqawi
Lebensdaten
* 1760 - ☪ Oktober 1823
Berühmte Werke
Rasa'il,
im Englischen oft als The Darqawi Way oder Letters of a Sufi Master
Sprachen
Arabisch

Allgemeines

Abu Abdullah Muhammad al-Arabi ad-Darqawi war ein einflussreicher marokkanischer Sufi-Meister, Gelehrter und Gründer der Darqawiyya-Tariqa, eines bedeutenden Zweiges des schadhilitischen Sufi-Ordens. Er gilt als einer der wichtigsten Erneuerer (Mujaddid) des Sufismus in Nordafrika um die Wende zum 19. Jahrhundert.

Leben und spirituelle Linie

  • Herkunft: Er wurde im marokkanischen Rif-Gebirge in eine schanifische Familie (Nachfahren des Propheten Mohammed) aus dem Stamm der Beni Zerwal hineingeboren
  • Ausbildung: In Fès wurde er ein treuer Schüler von Sidi Ali al-Jamal al-Amrani, von dem er die spirituelle Übertragung der Schadhiliyya erhielt.
  • Politische Verwicklungen: Obwohl ad-Darqawi die Abkehr von weltlichen Angelegenheiten predigte, unterstützte er Aufstände gegen die herrschende Alawiden-Dynastie. Dies führte dazu, dass ihn der marokkanische Sultan Mulay Slimane inhaftieren liess. Sein Nachfolger, Sultan Abderrahmane, liess ihn schliesslich wieder frei.
  • Tod: Er starb im Oktober 1823. Sein Grabmal (Maqam) befindet sich in der Zawiya Bou Brih im Rif und ist bis heute ein bedeutender Ort für spirituelle Zusammenkünfte und den rituellen Dhikr.

Lehren und Praxis

Die Lehren von Moulay al-Arabi ad-Darqawi legten den Fokus auf eine Rückbesinnung zu den asketischen Wurzeln des Sufismus:

  • Spiritualität der Armut (Faqr): Er betonte die innere spirituelle Armut, Askese und die vollständige Hingabe an Gott (Tawakkul) unter bewusster Abkehr von weltlichem Status (Dunya).
  • Kritik an Verweltlichung: Er wandte sich vehement gegen andere Sufi-Orden seiner Zeit, die seiner Ansicht nach den Anspruch auf spirituelle Segenskraft (Baraka) für materiellen und politischen Gewinn missbrauchten.
  • Rituale: Kernpraktiken sind die ständige Anrufung des göttlichen Namens (Dhikr) sowie die Hadra, ein ritueller, rhythmisch wiegender Gemeinschaftstanz im Stehen, begleitet von spirituellem Gesang (Sama).

Literarisches Erbe

Weltweite Bekanntheit erlangte ad-Darqawi vor allem durch seine Briefsammlung (Rasa'il), die im Englischen oft unter dem Titel The Darqawi Way oder Letters of a Sufi Master veröffentlicht wurde. Die Briefe richten sich direkt an seine Schüler (Fuqara) und vermitteln tiefgründige metaphysische Einsichten (wie das Konzept des Fana, das Erlöschen des Egos in Gott) verpackt in sehr alltägliche, praktische und direkt anwendbare Lebensanweisungen.

Seine Bewegung breitete sich nach seinem Tod über ganz Nordafrika und den Nahen Osten aus und brachte bedeutende spätere Zweige hervor, wie etwa die im Westen bekannte Alawiyya-Tariqa.