Abu'l-Abbas Ahmad (verstorben 1549), arabisch: أبو العباس أحمد, war von 1524 bis 1549 dritter Sultan der Wattasiden in Marokko
 
Wie sein Vater Abdallah Muhammad (1505–1524) war Abu'l-Abbas ein schwacher Herrscher mit geringer Autorität in Marokko. Allerdings konnte unter seinem Onkel Bu Hassun, der die Regentschaft leitete, der Untergang der Wattasiden zeitweise aufgehalten werden. So gelang diesem im Bündnis mit den muslimischen Bruderschaften und verschiedenen Marabuts, den Aufstieg der Saditen in Südmarokko zunächst zu stoppen. Allerdings konnte das 1524 von den Saditen eroberte Marrakesch nicht zurück gewonnen werden.
 
Nach dem Abschluss eines Friedensvertrages mit Portugal scheiterte 1527 ein weiterer Feldzug gegen die Saditen, als die Truppen desertierten und Abu'l-Abbas Ahmad in Gefangenschaft geriet. Erst 1547 wurde er gegen die Abtretung von Meknès aus der Haft entlassen. Trotz aller Bemühungen konnte Bu Hassun den Untergang der Dynastie nicht verhindern. Mit der Eroberung von Fès durch die Saditen (1549) wurden die Wattasiden endgültig beseitigt. Damit endete die letzte Berberdynastie in Marokko.