Kultur · Geschichte

Vorgeschichte

Funde belegen die Anwesenheit von Homo erectus schon vor rund 700.000 Jahren

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Vorgeschichtliche Steingravuren
Vorgeschichtliche Steingravuren
Funde belegen die Anwesenheit von Homo erectus schon vor rund 700.000 Jahren Abschnitte

Allgemeines

Erste Spuren menschlicher Existenz auf dem Territorium des heutigen Marokko entdeckten Anthropologen in Souk el-Arba du Rharb und in Steinbrüchen bei Casablanca, vor allem in dem berühmten Steinbruch Sidi Abd er-Rahmane. Diese Spuren, zumeist grob bearbeitete Geröllsteine, gehören dem Altpaläolithikum, der frühen Altsteinzeit (etwa 500'000 – 60‘000 v.Chr.), an, genau: dem 2. - 4. Stadium der Pepple-Kultur. Aus dem Acheuléen, einer späteren altpaläolithischen Entwicklungsstufe, stammen die ältesten menschlichen Skelette auf marokkanischem Boden: Überreste des "Menschen von Sidi Abd er-Rahmane" (mittleres Acheuléen), des "Menschen von Rabat" (spätes Acheuléen) und des "Menschen von Temara", der bereits dem Übergang zum nachfolgenden Moustérien zugeordnet wird. - Das Mittelpaläolithikum, die mittlere Altsteinzeit (etwa 60‘000 – 35‘000 v.Chr.), wird durch den "Menschen von Taforalt" repräsentiert. - Die wichtigste Zivilisationsstufe des Jungpaläolithikums, der späten Altsteinzeit (etwa 35'000 – 8‘000 v. Chr.), ist das "Mouillien", dessen Name auf den Fundort Mouillah bei Marnia an der Grenze zu Algerien hinweist. Sichtbare Zeugnisse des Neolithikums, der Jungsteinzeit (etwa 8000-2700 v. Chr.), sind die Grabanlagen (Dolmen und Kromlechs) bei Tanger und Tétouan, hier besonders der mächtige Steinkreis von Msoura, der die Verbindung zu den europäischen Megalith-Kulturen offenbart. Die Felszeichnungen im hohen Atlas (Oukaïmeden und Jbel Yagour) und südlich des Antiatlas bei Foum el-Hassane, Tata, Akka u.a. zeigen Menschen, zweirädrige "lybische" Wagen und eine Tierwelt, die noch in römischer Zeit in Marokko beheimatet war: Elefanten, Flusspferde, Nashörner, Giraffen, Gnus, Zebras. Zahlreiche Funde aus dem endenden Neolithikum weisen auf eine intensive Verbindung zur lberischen Halbinsel hin, von der in jener Zeit die Glockenbecherkultur ausging.