Herrscher · Die Almoraviden
Abd Allah Ibn Yasin
Arabisch: عبد الله بن ياسين
Herrscher der Almoraviden
Steckbrief
- Name
- Abd Allah Ibn Yasin
- Lebensdaten
- * ?
☪ 07. Juli 1059 - Regierungszeit
- Dynastie
- Die Almoraviden
- Vorgänger
- Kein Vorgänger der Almoraviden
Allgemeines
Abd Allah Ibn Yasin war ein marokkanischer sunnitischer Theologe der malikitischen Rechtsschule und der Begründer der Bewegung der Almoraviden (Al-Murabitun). Als religiöser Reformer einte er die zerstrittenen Berberstämme der Sanhaja in der Westsahara und legte das Fundament für ein mächtiges Reich, das sich später über Nordwestafrika und weite Teile der Iberischen Halbinsel erstreckte.
Leben und Wirken
- Herkunft und Ausbildung: Ibn Yasin stammte von den Sanhaja-Berbern ab und wurde im südmarokkanischen Tamanart geboren. Seine religiöse Ausbildung erhielt er unter anderem im Souss im Süden Marokkos.
- Die Mission in der Wüste: Um 1039 oder 1046 reiste er auf Einladung des Clanchefs Yahya ibn Ibrahim in die Wüste, um den dortigen Berberstämmen (darunter den Gudala und Lamtuna) den orthodoxen sunnitischen Islam zu lehren. Seine extrem puritanische und strenge Auslegung des islamischen Rechts stieg den Nomaden jedoch bald zu Kopf, woraufhin er vertrieben wurde.
- Gründung des Ribats: Nach seinem Scheitern zog er sich mit einer Handvoll Getreuer an einen abgelegenen Ort zurück – traditionell als Ribat (eine klosterähnliche Festung) auf einer Insel im Senegal-Fluss beschrieben. Dort unterzog er seine Anhänger einer rigorosen geistigen und militärischen Ausbildung, die Askese, theologische Linientreue und eiserne Kampfdisziplin vereinte.
- Aufstieg der Almoraviden: Aus dieser Keimzelle formierte sich die Bewegung der Almoraviden (al-Murābiṭūn, „die Mitstreiter im Ribat“). Ibn Yasin übernahm die spirituelle und zivile Führung, während er das militärische Kommando an fähige Generäle wie Yahya ibn Umar delegierte.
Expansion und Tod
Die Bewegung expandierte ab 1054 rasch durch militärische Eroberungen. Unter Ibn Yasins Führung nahmen die Almoraviden strategische Handelszentren wie Sijilmasa und Aoudaghost ein, um die transsaharischen Goldrouten zu kontrollieren. Überall setzten sie eine strikte Einhaltung der Scharia durch, schafften unislamische Steuern ab und verboten Wein sowie Musik.
Abd Allah Ibn Yasin starb im Juli 1059 im Kampf gegen die Barghawata-Berber in der Nähe des heutigen Rommani in Marokko. Nach seinem Tod bauten seine Nachfolger Abu Bakr ibn Umar und Yusuf ibn Taschfin die Bewegung zu einem riesigen Imperium aus und gründeten 1062 die neue Hauptstadt Marrakesch.