Personen · Herrscher · Dynastie
Die Almoraviden
1046–1147 · Übersicht der Herrscher dieser Epoche.
Herrscher dieser Dynastie
Allgemeines
Die Almoraviden (arabisch al-Murabitun) waren eine einflussreiche muslimische Berber-Dynastie, die von etwa 1040/1046 bis 1147 ein riesiges Reich in Nordafrika und auf der Iberischen Halbinsel (al-Andalus) beherrschte. Sie gingen aus einer religiösen Reformbewegung hervor, einigten die Berberstämme der Westsahara und gründeten die heutige marokkanische Metropole Marrakesch.
Ursprung und religiöse Bewegung
Die Bewegung entstand im heutigen Mauretanien und Westmarokko unter den nomadischen Sanhadscha-Berbern (insbesondere den Stämmen der Lamtuna und Gudala).
- Religiöser Eifer: Der Gehrte Abdallah ibn Yasin predigte ab ca. 1040 eine puritanische, strenge Auslegung des Islams nach der malikitischen Rechtsschule
- Der Name: „Al-Murabitun“ leitet sich vermutlich von Ribat (einer befestigten Grenzfestung oder einem Mönchslager) ab und bedeutet sinngemäss „die Klausner“ oder „die Grenzwächter“
Aufstieg und Expansion
Unter der militärischen Führung von Abu Bakr ibn Umar und später Yusuf ibn Taschfin expandierten die Almoraviden rasant nach Norden.
- Gründung von Marrakesch: Im Jahr 1070 gründete Abu Bakr die Stadt Marrakesch, die als Hauptstadt zum politischen und spirituellen Zentrum des Reiches wurde.
- Sprung nach Spanien (al-Andalus): Bedrängt durch die christliche Reconquista riefen die zerstrittenen muslimischen Taifa-Königreiche Spaniens die Almoraviden zu Hilfe.
- Schlacht von Zallaqa (1086): Yusuf ibn Taschfin setzte über die Strasse von Gibraltar und fügte dem kastilischen König Alfons VI. in der Schlacht bei Zallaqa eine vernichtende Niederlage zu. Wenige Jahre später gliederten die Almoraviden al-Andalus direkt in ihr Reich ein.
Kulturelles und wirtschaftliches Erbe
Trotz ihres rigorosen religiösen Ursprungs öffneten sich die Almoraviden der hochentwickelten andalusischen Kultur. Ihre goldenen Dinare entwickelten sich zu einer der wichtigsten Handelsmünzen im gesamten Mittelmeerraum und reichten im Norden bis nach Europa. In Marrakesch zeugt die Koubba al-Ba'adiyin (das letzte erhaltene Bauwerk der Almoraviden in der Stadt) noch heute von ihrer architektonischen Blüte.
Niedergang und Sturz
Das Reich geriet im 12. Jahrhundert von zwei Seiten unter Druck:
- In Spanien: Erstarkende christliche Heere (und lokale Helden wie El Cid in Valencia) drängten die almoravidische Macht schrittweise zurück.
- In Marokko: Eine neue religiöse Reformbewegung der Masmuda-Berber erhob sich im Atlasgebirge – die Almohaden.
Im Jahr 1147 stürmten die Almohaden schliesslich Marrakesch, töteten den letzten Herrscher Ishaq ibn Ali und besiegelten damit das Ende der almoravidischen Dynastie.
Herrscher · 9
| Name | Lebensdaten | Regierungszeit |
|---|---|---|
| Abd Allah ibn Yasin عبد الله بن ياسين | *? - ☪ 1059 | Inhalt folgt |
| Yahya ibn Ibrahim يحيى بن إبراهيم | * ? - ☪ 1048 | Inhalt folgt |
| Yahya ibn Umar يحيى بن عمر | * ? - ☪ 1087 | 1046 - 1056 |
| Abu Bakr ibn Umar أبو بكر بن عمر | * ? - ☪ 1087 | 1056 - 1087 |
Dynastie der Taschfiniden
| Name | Lebensdaten | Regierungszeit |
|---|---|---|
| Yusuf ibn Taschfin يوسف بن تاشفين | * 1009 - ☪ 1106 | 1072 - 1106 |
| Ali ibn Yusuf علي بن يوسف | * ? - ☪ †1143 | 1106 - 1143 |
| Taschfin ibn Ali تاشفين بن علي | * ? - ☪ 1145 | 1143 - 1145 |
| Ibrahim ibn Taschfin إبراهيم بن تاشفين | * ? - ☪ 1145 | 1145 |
| Ishaq ibn Ali إسحاق بن علي | * ? - ☪ 1147 | 1146 - 1147 |