Herrscher · Die Almoraviden
Ali ibn Yusuf
Arabisch: علي بن يوسف
Herrscher der Almoraviden
Steckbrief
- Name
- Ali ibn Yusuf
- Lebensdaten
- * 1084 in Ceuta
☪ 26. Januar 1143 in Marrakesch - Regierungszeit
- 1106 - 1143>
- Dynastie
- Die Almoraviden
- Vorgänger
- Yusuf Ibn Taschfin
- Nachfolger
- Taschfin Ibn Ali
Allgemeines
Ali ibn Yusuf ibn Taschfin war von 1106 bis zu seinem Tod der fünfte Herrscher (Emir) der berberischen Almoraviden-Dynastie. Unter seiner 37-jährigen Herrschaft erreichte das Reich seine grösste geografische Ausdehnung, erlebte jedoch auch den Beginn seines unaufhaltsamen Niedergangs.
Herkunft und Herrschaftsantritt
Ali wurde als Sohn des Dynastiegründers Yusuf ibn Taschfin und einer christlichen Mutter geboren. Er wuchs im andalusisch geprägten Kulturraum auf, was seinen späteren Regierungsstil stark beeinflusste. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1106 übernahm er im Alter von 23 Jahren die Macht über ein riesiges Imperium, das sich vom Senegal-Fluss über Nordafrika bis nach Südspanien erstreckte.
Militärische Konflikte und Expansion
Seine Regierungszeit war von permanenten Kämpfen an zwei Fronten geprägt – gegen die christliche Reconquista auf der Iberischen Halbinsel und gegen die aufstrebenden Almohaden in Marokko:
- Erfolge in Al-Andalus: Er expandierte zunächst erfolgreich, gliederte 1110 Saragossa und 1115 die Balearen in das Reich ein und errang Siege wie in der Schlacht von Uclés (1108) und Fraga (1134).
- Territoriale Verluste: Bereits 1118 ging Saragossa wieder an Alfons I. von Aragon verloren. Im Jahr 1139 erlitt Ali in der Schlacht von Ourique eine schwere Niederlage gegen den portugiesischen Grafen Afonso Henriques, was diesem die Ausrufung des unabhängigen Königreichs Portugal ermöglichte.
- Bedrohung im Inneren: In Nordafrika formierte sich die Bewegung der fundamentalistischen Almohaden. Als Reaktion auf diese existenzielle Bedrohung liess Ali um 1126 die monumentalen Stadtmauern um die Hauptstadt Marrakesch errichten.
Kulturelle und architektonische Blüte
Ali galt als äusserst frommer Herrscher, der die religiöse Gelehrsamkeit und die andalusische Kultur massiv förderte. Er zog gezielt andalusische Dichter, Denker und Verwaltungsfachleute nach Marokko.
Unter seiner Schirmherrschaft entstanden herausragende Denkmäler der maurischen Kunst, darunter die Erweiterung der Koutoubia-Moschee (bzw. deren berühmter Minbar), die Almoraviden-Qubba
Nachfolge
Nach seinem Tod in Marrakesch im Jahr 1143 folgte ihm sein Sohn Tashfin ibn Ali auf den Thron. Zu diesem Zeitpunkt war das Reich durch den inneren Konflikt mit den Almohaden bereits so stark geschwächt, dass die Dynastie wenige Jahre später endgültig kollabierte.