Herrscher · Die Fatimiden

Al-Ḥusain ibn Dawwās

Arabisch: الحسين بن دواس

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Herrscher dieser Dynastie

Steckbrief

Name
Al-Ḥusain ibn Dawwās
Lebensdaten
* ?
☪ 1021
Regierungszeit

Allgemeines

Al-Husain ibn Dawwas (auch Hussein ibn Dawwas al-Kutami) war ein einflussreicher General und Führer des berberischen Kutama-Stammes im fatimidischen Kalifat. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine zentrale (und letztlich fatale) Rolle in den mysteriösen Ereignissen um das Verschwinden des sechsten fatimidischen Kalifen, al-Hakim bi-Amr Allah, im Jahr 1021.

Seine Rolle beim Verschwinden von al-Hakim

  • Die Verschwörung: Zeitgenössischen Chronisten (wie Hilal al-Sabi) zufolge verbündete sich al-Hakims mächtige Schwester, die Prinzessin Sitt al-Mulk, mit Ibn Dawwas. Da al-Hakim sich zunehmend unberechenbar verhielt, Tyrannei ausübte und beide direkt bedrohte, sahen sie keinen anderen Ausweg.
  • Das Attentat: Ibn Dawwas soll zwei seiner Sklaven damit beauftragt haben, den Kalifen während einer seiner nächtlichen Ritte in den Muqattam-Bergen östlich von Kairo abzufangen und zu ermorden. Al-Hakim kehrte von diesem Ritt nie zurück; es wurden lediglich sein Esel und seine blutverschmierten Gewänder gefunden.

Verrat und Hinrichtung

Nach dem erfolgreichen Komplott übernahm Sitt al-Mulk de facto die Regentschaft für den minderjährigen neuen Kalifen az-Zahir. Um die Spuren ihrer eigenen Beteiligung zu verwischen und die Macht im Staat zu konsolidieren, wendete sie sich prompt gegen ihren Verbündeten:

  • Sie beschuldigte Ibn Dawwas öffentlich, der alleinige Mörder ihres Bruders gewesen zu sein.
  • Im Auftrag der Prinzessin lockten kaiserliche Eunuchen (darunter der Saqlabi-Eunuch Nassim) Ibn Dawwas in einen Hinterhalt.
  • Ibn Dawwas wurde im Jahr 1021 exekutiert, woraufhin Sitt al-Mulk auch seine engsten Vertrauten und Sklaven liquidieren liess, um alle potenziellen Mitwisser zum Schweigen zu bringen.