Herrscher · Die Fatimiden
Šaraf al-Mulk Ṣāʿid ibn ʿĪsā ibn Nasṭūrus ibn Sūrus
Arabisch: شرف الملك سعيد بن عيسى بن نسطور بن سورس
Herrscher dieser Dynastie
Steckbrief
- Name
- Šaraf al-Mulk Ṣāʿid ibn ʿĪsā ibn Nasṭūrus ibn Sūrus
- Lebensdaten
- * ?
☪ 1019 - Regierungszeit
- 1019
- Dynastie
- Die Fatimiden
Allgemeines
Šaraf al-Mulk Ṣāʿid ibn ʿĪsā ibn Nasṭūrus ibn Sūrus war ein hochrangiger Staatsbeamter im Fatimiden-Kalifat, der im Jahr 1019 für rund sechs Monate das Amt des leitenden Ministers (Wesirs) unter dem Kalifen al-Hākim bi-Amr Allāh bekleidete.
Zu seiner Person und seinem historischen Hintergrund gehören folgende Kernaspekte:
- Herkunft und Familie: Er stammte aus einer einflussreichen christlich-koptischen Familie von Schreibern und Staatsdienern in Ägypten. Sein Vater war Isa ibn Nasturus, der bereits in den 990er-Jahren unter Kalif al-Aziz als Chefminister gedient hatte und im Jahr 1000 hingerichtet worden war. Auch sein Bruder Zarʿah bekleidete zeitweise das Wesirat.
- Zwangskonvertierung: Im Zuge der unbeständigen und repressiven Religionspolitik von Kalif al-Hākim gegenüber Nicht-Muslimen (Dhimmi) wurde Ṣāʿid gezwungen, vom Christentum zum Islam zu konvertieren.
- Titel und Machtfülle: Trotz der schwierigen Umstände stieg er zu enormer Macht auf und trug prestigeträchtige Titel wie Šaraf al-Mulk („Ehre des Reiches“), Tāǧ al-Maʿālī („Krone der Finanzen“) sowie den Beinamen Qāsim al-Ḫilāfa („Teilhaber am Kalifat“), was seine aussergewöhnlich weitreichenden Kompetenzen in der Staatsverwaltung verdeutlicht.
- Sturz und Tod: Seine Amtszeit währte nur kurz. Nach etwa sechs Monaten im Amt fiel er beim unberechenbaren Kalifen in Ungnade und wurde 1019 exekutiert.