Herrscher · Die Saadier
Ahmad al-Mansur adh-Dhahabi
Arabisch: أحمد المنصور الذهبي
Herrscher dieser Dynastie
Steckbrief
- Name
- Ahmad al-Mansur adh-Dhahabi
- Lebensdaten
- *1549
☪1603 - Regierungszeit
- 1578 - 1603
- Dynastie
- Die Saadier
- Vorgänger
- Abu Marwan Abd al-Malik al-Ghazi
- Nachfolger
- Zaidan an-Nasir
Allgemeines
Ahmad al-Mansur adh-Dhahabi war der fünfte und bedeutendste Sultan der Saadier-Dynastie in Marokko, der das Land von 1578 bis zu seinem Tod regierte. Sein Beiname adh-Dhahabi bedeutet übersetzt „der Goldene“. Diesen Namen erhielt er aufgrund des immensen Reichtums, den er durch das Lösegeld gefangener portugiesischer Adliger und die spätere Kontrolle des afrikanischen Goldhandels anhäufte. Unter seiner Herrschaft erlebte Marokko ein goldenes Zeitalter der Macht, Kultur und Modernisierung.
Der Weg zur Macht: Die Schlacht der drei Könige
Ahmad al-Mansur adh-Dhahabi kam nach der legendären Schlacht von Alcazarquivir (auch Schlacht der drei Könige) im Jahr 1578 an die Macht. In dieser historischen Konfrontation besiegten die marokkanischen Truppen ein portugiesisches Invasionsheer. Da der portugiesische König Sebastian sowie al-Mansurs amtierender Bruder und ein rivalisierender Neffe in der Schlacht starben, wurde Ahmad auf dem Schlachtfeld zum neuen Herrscher ausgerufen. Er nahm daraufhin den Ehrentitel al-Mansur („der Siegreiche“) an.
Aussenpolitik und das Bündnis mit England
Als geschickter Diplomat hielt al-Mansur Marokko unabhängig, indem er die europäischen Grossmächte und das Osmanische Reich strategisch gegeneinander ausspielte.
- Die Allianz mit Elisabeth I.:Um der Bedrohung durch das spanische Weltreich entgegenzuwirken, schmiedete er ein enges wirtschaftliches und militärisches Bündnis mit Königin Elisabeth I. von England. Marokko lieferte wertvollen Zucker und Salpeter (wichtig für die englische Schiesspulverproduktion) im Austausch gegen englisches Holz und Waffen
- Pläne für die Neue Welt: s gab sogar weitreichende diplomatische Überlegungen zwischen den beiden Reichen, eine gemeinsame Kolonialisierung der neu entdeckten amerikanischen Gebiete anzustreben
Die Eroberung des Songhai-Reiches
m Jahr 1590 entsandte al-Mansur ein Expeditionsheer unter der Führung des Generals Judar Pascha nach Süden über die Sahara. In der Schlacht von Tondibi (1591) besiegten die marokkanischen Truppen dank ihrer modernen Schusswaffen das zahlenmäßig weit überlegene Songhai-Reich. Marokko kontrollierte fortan wichtige Handelsstädte wie Timbuktu und Gao sowie die dortigen Salz- und Goldminen, was einen massiven Goldstrom nach Marrakesch lenkte
Kulturelles Erbe
Mit dem gewonnenen Reichtum finanzierte al-Mansur prachtvolle Bauprojekte und förderte Wissenschaft, Kalligrafie und Kunst. Das berühmteste Zeugnis seiner Herrschaft ist der gigantische El-Badi-Palast in Marrakesch (übersetzt „der Unvergleichliche“). Obwohl er heute eine Ruine ist, galt er einst mit seinen Marmorverkleidungen, Goldverzierungen und Onyshatträgern als eines der spektakulärsten Bauwerke der islamischen Welt. Zudem liess al-Mansur die prächtigen Saadier-Gräber anlegen, in denen er nach seinem Tod infolge einer Pestepidemie im Jahr 1603 beigesetzt wurde.