Tafilalt, arabisch:
تفيلالة, ist die südlichste einer vom
Wadi Ziz durchzogenen Gruppe mehrerer Oasen in der marokkanischen Sahara. Diese Oasengruppe ist mit 1380 km², 300 Dörfern und bis zu 850.000 Einwohnern die ausgedehnteste der Welt und bildet den nördlichen Teil des Twat. Die Oasengruppe befindet sich südlich von
Fès in der Region
Meknès-Tafilalet im
Atlasgebirge. Die Lage wurde mit zehn Kamelkarawanentagen südlich von
Fès beschrieben, was heute bei Verwendung eines Kraftfahrzeugs und unter günstigen Bedingungen die Überquerung des gesamten
Atlas an einem Tag bedeuten kann. Tafilalt ist in sieben Bezirke gegliedert und hat Zuflüsse aus Seitenwadis, wie dem Wadi Gherir. Der südlichste Teil wird Sebcha Daya ed-Daura genannt. Der frühere Gouverneurssitz von 150 Dörfern war
Rissani. Die grössten Städte im Tafilalt sind
Erfoud und
Rissani. Der Name Tafilalt bedeutet in der Sprache der Berber „Land der Hilali“. Hilali werden die Bewohner des Tafilalt genannt, welche von den Banu Hilal abstammen
Im Zentrum der Oase Tafilalt liegt der Ort Oued Ifli , dieser war im Mittelalter die Handels- und Universitätsstadt Sidschilmasa. Sie lag auf der Karawanenroute Niger -
Fès -
Tanger und besteht heute aus einer fünf Meilen langen Ruinenstadt entlang des
Oued Ziz. Tafilet ist bekannt für 1150 km² ausgedehnte Dattelhaine, welche hier seit 1250, dem Jahr der Ankunft Al Hassan Addakhils, des Vorfahren der
Alawiten-Dynastie, erfolgreich kultiviert werden. Hier wurden gegerbte Felle, Straussenfedern, Sklaven und Goldstaub gehandelt. Seit 1648 sandten die
Alawiten-Sultane Bürger aus dem nördlichen Marokko als Kolonisten nach Tafilalt. Sie besetzten und befestigten die Dörfer zu Ksar. Im 14. Jahrhundert besuchte der berberische Forschungsreisende
Ibn Battuta auf seiner Reise von
Fès in das Land der Schwarzen die Handelsstadt Sidschilmasa. Im Jahr 1828 besuchte der französische Afrikaforscher René Caillié als erster Europäer das Tafilalt.