Herrscher · Die Idrisiden

Idris I.ibn Abdallah

Arabisch: إدريس الأول بن عبد الله

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Herrscher der Idrisiden

Steckbrief

Name
Idris I.ibn Abdallah
Lebensdaten
* ?
☪ Mai 791
Regierungszeit
789 - 791
Vorgänger
Kein Vorgänger der Idrisiden

Allgemeines

Idris I. ibn Abdallah, auch bekannt als Moulay Idris al-Akbar („Idris der Ältere“), war der Gründer der Idrisiden-Dynastie und gilt als der Gründervater der marokkanischen Staatsordnung. Als Urenkel des Propheten-Enkels Hasan gehörte er zu den Aliden (den Nachkommen des Kalifen Ali ibn Abi Talib).

Wichtige historische Stationen

  • Flucht aus Arabien: Nach der Niederlage einer alidischen Revolte gegen die herrschenden Abbasiden in der Schlacht von Fakhkh (786 nahe Mekka) entkam er knapp dem Massaker. Zusammen mit seinem treuen Diener Raschid floh er über Ägypten in den Maghreb.
  • Staatsgründung in Marokko: Im Jahr 788 erreichte er die antike Römerstadt Walīlī (Volubilis) im heutigen Marokko. Dort wurde er vom Berberstamm der Awraba freundlich aufgenommen und im Jahr 789 als Imam und politischer Führer anerkannt.
  • Expansion und Islamisierung: Es gelang ihm, die rivalisierenden Berberstämme im Norden Marokkos zu einen und den Islam in Regionen zu verbreiten, die teils noch animistisch oder christlich geprägt waren. Er dehnte seinen Machtbereich schnell aus und eroberte unter anderem die Stadt Tlemcen im heutigen Algerien.
  • Tod und Nachfolge: Die wachsende Macht von Idris I. alarmierte den abbasidischen Kalifen Harun al-Raschid in Bagdad. Im Jahr 791 wurde Idris I. im Auftrag des Kalifen durch einen Agenten vergiftet. Seine Ehefrau Kenza, eine Berberin der Awraba, brachte kurz darauf seinen posthumen Sohn Idris II. zur Welt, der das Reich festigte und die neue Hauptstadt Fès ausbaute.

Heute ist seine Grabmoschee im nach ihm benannten marokkanischen Wallfahrtsort Moulay Idris (nahe Meknès) ein bedeutendes spirituelles Zentrum und nationales Heiligtum.