Herrscher · Die Meriniden

Abu Muhammad Abdalhaqq II. ibn Uthman

Arabisch: أبو محمد عبد الحق الثاني بن عثمان

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Herrscher dieser Dynastie

Steckbrief

Name
Abu Muhammad Abdalhaqq II. ibn Uthman
Lebensdaten
*1420
☪1465
Regierungszeit
1420 - 1465
Vorgänger
Nachfolger
Kein Merinidennachfolger

Allgemeines

Abu Muhammad Abdalhaqq II. ibn Uthman war der letzte marokkanische Sultan aus der Dynastie der Meriniden. Er regierte offiziell von Oktober 1420 bis zu seiner Ermordung im August 1465.

Frühe Jahre und die Regentschaft der Wattasiden

  • Herrschaftsantritt als Kleinkind: Nach der Ermordung seines Vaters, Sultan Abu Said Uthman III., im Jahr 1420 wurde Abdalhaqq II. im Alter von nur einem Jahr zum Herrscher ausgerufen.
  • Machtlosigkeit: Wegen seines geringen Alters lag die tatsächliche Macht vollständig bei den Wesiren aus dem Stamm der Wattasiden (insbesondere unter Abu Zakariya Yahya al-Wattasi). Diese weigerten sich auch nach seiner Volljährigkeit, die Regentschaft abzugeben.

Der Sturz der Wattasiden

  • Das Massaker von 1458: Im Jahr 1458 unternahm Abdalhaqq II. einen blutigen Befreiungsschlag, um sich aus der Vormundschaft zu befreien. Er liess fast den gesamten Clan der Wattasiden ermorden.
  • Überlebende: Nur zwei Brüder entkamen dem Massaker, darunter Muhammad asch-Schaich al-Mahdi, der später die Wattasiden-Dynastie begründen sollte.

Krise und Ende der Meriniden-Dynastie

  • Verlust von Ceuta und Aufstieg der Marabuts: Marokko litt unter dem wirtschaftlichen Druck und der Bedrohung durch die Portugiesen. Abu Muhammad Abdalhaqq II. ibn Uthman versuchte vergeblich, den wachsenden Einfluss der lokalen religiösen Führer (Marabuts) einzudämmen.
  • Der Aufstand von 1465: Im Zuge einer Revolte in Fès, die durch die Ernennung eines jüdischen Wesirs (Aaron ben Batash) mitausgelöst wurde, brach die Herrschaft zusammen. Abdalhaqq II. wurde am 14. August 1465 in Fès ermordet. Mit seinem Tod endete die jahrhundertelange Herrschaft der Meriniden über Marokko.