Kultur · UNESCO Weltkulturerbestätten

Medina von Mèknes (1996)

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Bab el Mansour in Meknès
Bab el Mansour in Meknès
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Allgemeines

Die Medina von Meknès ist das historische Herzstück einer der vier berühmten Königsstädte Marokkos. Im Jahr 1996 wurde sie zusammen mit den Überresten der angrenzenden kaiserlichen Ville Impériale von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Im Gegensatz zu den oft überlaufenen Gassen in Marrakesch oder Fès bietet die Medina von Meknès ein deutlich entspannteres, authentischeres Erlebnis. Die Händler sind zurückhaltender, und man bekommt einen unverfälschten Einblick in das marokkanische Alltagsleben. Gegründet im 11. Jahrhundert von den Almoraviden, erlebte die Altstadt ihre glanzvollste Ära im 17. und 18. Jahrhundert unter Sultan Moulay Ismail. Er wollte Meknès zum „Versailles von Marokko“ ausbauen. Ein gigantisches, rund 40 Kilometer langes System aus Festungsmauern umschliesst die Kernstadt.

Ausflüge in die nähere Umgebung

Wer in Meknès ist, sollte unbedingt zwei Highlights im Umland einplanen:

  • Die Getreidespeicher & Ställe (Heri es-Souani): Ein gigantischer Komplex des Sultans knapp ausserhalb der Mauern, der einst Vorräte für Belagerungen lagerte und Platz für bis zu 12'000 Kavalleriepferde bot
  • Volubilis: Rund 30 Kilometer nördlich von Meknès liegt Marokkos bedeutendste römische Ausgrabungsstätte. Die im Freien liegenden, erstaunlich gut erhaltenen Mosaikböden und antiken Säulen sind ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe und absolut sehenswert

Die grossen Highlights der Medina

  • Bab Mansour: Dieses monumentale Prunkportal aus dem Jahr 1732 gilt als eines der schönsten Stadttore Nordafrikas. Es verbindet die Altstadt direkt mit dem riesigen Hauptplatz. Die prächtigen Mosaikarbeiten und Kacheln (Zellij) spiegeln die typische hispano-maurische Kunst wider
  • Die Souks & Riads: Beim Schlendern durch das Labyrinth der engen Gassen stösst man auf traditionelle Handwerksbetriebe. Ausserdem verbergen sich hinter den oft unscheinbaren Mauern wunderschöne, liebevoll restaurierte Riads (traditionelle Häuser mit begrünten Innenhöfen)/li>
  • Mausoleum von Moulay Ismail: Die prachtvoll restaurierte Grabstätte des Sultans verströmt eine andächtige Stille. Bemerkenswert für Reisende: Es ist eine der ganz wenigen aktiven religiösen Stätten in Marokko, die auch von Nicht-Muslimen betreten werden darf (Schuhe müssen am Eingang ausgezogen werden)
  • Medersa Bou Inania: Die im Jahr 1356 fertiggestellte Koranschule besticht durch ihre meisterhafte Architektur. Der ruhige Innenhof mit seinem zentralen Reinigungsbrunnen glänzt mit detailreichen Holzschnitzereien und Mosaikdecken. Vom Dach der Medersa geniesst man zudem einen fantastischen Blick über das Minarett der Grossen Moschee und die Dächer der Medina
  • Place El Hedim: Der zentrale Marktplatz ist das pulsierende Lebenszentrum der Stadt. Besonders am späten Nachmittag und Abend erwacht er zum Leben: Dann verwandelt er sich in eine Bühne für Gaukler, Musiker, Stände und Händler – ähnlich dem Djemaa el Fna in Marrakesch, nur intimer