Kultur · UNESCO Weltkulturerbestätten

Medina von Tétouan (1997)

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Sicht auf Tétouan
Sicht auf Tétouan
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Allgemeines

Die Medina von Tétouan ist eine der am besten erhaltenen Altstädte Marokkos und gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie zeichnet sich durch ihre einzigartige andalusisch-marokkanische Architektur aus und wird aufgrund ihrer historischen Verbindungen zu Spanien auch als „Tochter Granadas“ oder „Weisse Taube“ bezeichnet.

Die wichtigsten Merkmale der Medina

  • Andalusisches Erbe: Die Altstadt wurde ab dem späten 15. Jahrhundert von andalusischen Flüchtlingen (Muslimen und sephardischen Juden) maßgeblich neu aufgebaut, die vor der spanischen Reconquista geflohen waren. Dies spiegelt sich stark in den weiß getünchten Häusern, grünen Dekorationen, feinen Holzschnitzereien und Zellige-Brunnen wider
  • Architektur & Layout: Obwohl sie zu den kleineren Medinas in Marokko zählt, gilt sie als die vollständigste. Sie ist von einer rund 5 Kilometer langen Stadtmauer umgeben und besitzt sieben historische Tore (wie das berühmte Bab el Okla)
  • Das jüdische Viertel (Mellah): Das historische Viertel zeugt von der reichen jüdischen Geschichte der Stadt, in der einst zahlreiche Synagogen aktiv waren
  • Lebendiges Handwerk: Im Gegensatz zu touristisch überlaufenen Medinas bietet Tétouan ein sehr authentisches Erlebnis. In den verschiedenen Vierteln (wie Guersa El Kébira) arbeiten Weber, Holzmaler, Juweliere und die traditionell gekleideten „Jebliates“-Stickerinnen direkt auf den Strassen

Tipps für Reisende

Die Medina grenzt direkt an das Ensanche-Viertel, die im frühen 20. Jahrhundert erbaute spanische Kolonialstadt. Ein Besuch lässt sich hervorragend als Ein- bis Zweitagesausflug, beispielsweise von Tanger aus, planen. Da die Gassen ein echtes Labyrinth bilden und Navigations-Apps dort oft unzuverlässig sind, lohnt sich das Erkunden zu Fuß oder mit einem lokalen Guide.