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Jbel Yagour

جبل ياغور

Der Jebel Yagour ist ein Berg im Hohen Atlas in Marokko, südlich von Marrakesch.

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Steingravuren um den Jbel Yagour
Steingravuren um den Jbel Yagour
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Jbel Yagour

arabisch: جبل ياغور
Tamazight: ⵊⴱⴻⵍ ⵢⴰⴳⵓⵔ

Allgemeines

Der Jbel Yagour (auch Plateau du Yagour genannt) ist ein markantes, zwischen 2300 und 2700 Metern hohes Hochplateau im Hohen Atlas in Marokko. Es liegt in der Provinz Al Haouz (Region Marrakesch-Safi), südlich von Marrakesch, und ist von gewaltigen Steilwänden umgeben. Die Region verbindet eine faszinierende Naturkulisse mit jahrtausendealter Kulturgeschichte.

Das prähistorische Freiluftmuseum

Das Plateau gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Nordafrikas. Auf einer Fläche von rund 4000 Hektar beherbergt es über 1000 bis 2000 prähistorische Felsgravuren (Petroglyphen), die überwiegend aus der Bronzezeit stammen (ca. 1500–500 v. Chr.).

  • Motive: Die Ritzungen zeigen Jagdszenen, Wildtiere (wie Elefanten und Nashörner), Waffen (Dolche, Schwerter, Schilde) sowie Inschriften in der alten Berberschrift Tifinagh.
  • Kulturerbe: Die Gravuren sind als marokkanisches Nationalerbe registriert. Eines der bekanntesten Symbole war die sogenannte „Sonnenscheibe“, die jedoch leider im Jahr 2012 durch Vandalismus schwer beschädigt wurde.

Traditionelles Leben und die Natur

Das Plateau ist von traditionellen Amazigh-Dörfern (Berberdörfern) umgeben. Bis heute wird hier das Agdal-System praktiziert – eine jahrhundertealte, genossenschaftlich geregelte Weidewirtschaft. Das Plateau wird im Frühjahr für eine bestimmte Zeit für Vieh gesperrt, damit sich die Vegetation erholen kann, bevor die Hirten im Sommer mit ihren Herden dorthin ziehen. Im Frühling verwandelt sich das Plateau nach der Schneeschmelze oft in eine saftig grüne Oase mit kleinen Seen (wie dem Lac d'Iferd).

Trekking und Orientierung

Der Jbel Yagour ist ein beliebtes Ziel für mehrtägige Wanderungen ab Marrakesch. Typische Routen starten in Tälern wie dem Ourika-Tal oder dem Zat-Tal (z. B. ab Tighdouine) und erfordern den Aufstieg über steile Bergpfade. Da das Gebiet sehr weitläufig und isoliert ist, wird die Erkundung meist im Rahmen geführter Touren mit Bergführern und Maultieren unternommen.