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Mittlerer Atlas

الأطلس المتوسط

Der Mittlere Atlas ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von fast 500 Kilometern Länge in Marokko.

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Dorf im mittleren Atlas
Dorf im mittleren Atlas
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Mittlerer Atlas

Arabisch: الأطلس المتوسط,
Tamazight: ⴰⵜⵍⴰⵙ ⴰⵍⴻⵎⵎⴰⵙ

Allgemeines

Der Mittlere Atlas ist eine fast 500 Kilometer lange Gebirgskette im Zentrum Marokkos. Als nordöstlicher Teil des Atlasgebirges bildet er die wichtigste Klima- und Wasserscheide des Landes und gilt als das regenreichste Gebiet Marokkos.

Geografie und Topografie

Das Gebirge erstreckt sich von Südwesten (nahe Beni Mellal) nach Nordosten bis zum Rifvorland.

  • Höchster Gipfel: Der Jbel Bou Naceur mit 3'356 Metern.
  • Fläche: Rund 23'000 Quadratkilometer.
  • Struktur: Das Gebirge ist dreigeteilt. Der Westen besteht aus einem sanftwelligen Tafelatlas mit vulkanischen Kratern, während der zentrale und östliche Teil durch schroffe Faltenketten geprägt ist.

Natur und Klima

Durch die hohen Niederschläge unterscheidet sich die Region stark vom ariden Süden Marokkos. Sie speist viele der wichtigsten Flüsse des Landes.

  • Flora: Ausgedehnte Hochgebirgswälder mit Jahrhunderte alten Atlas-Zedern (wie der bekannten Gouraud-Zeder) und Steineichen.
  • Fauna: Der Mittlere Atlas ist das Hauptrefugium der vom Aussterben bedrohten Berberaffen (Magots).
  • Schutzgebiete: Der Ifrane-Nationalpark bewahrt diese einzigartige Biodiversität.

Bevölkerung und Kultur

Die Region wird überwiegend von Berbern bewohnt, die traditionell Weidewirtschaft und teils noch nomadische Viehzucht betreiben. Kulturell ist das Gebiet durch traditionelle Lehmarchitektur und teilweise noch bewohnte Höhlenhäuser (z. B. bei Immouzar) geprägt.

Tourismus und Wirtschaft

Der Mittlere Atlas ist ein beliebtes Ziel für Naturbegeisterte und Aktivurlauber.

  • Aktivitäten: Wandern, Mountainbiken und die Beobachtung von Wildtieren. Zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten gehören die Ouzoud-Wasserfälle im Südwesten.
  • Wintersport: Orte wie Ifrane (oft als „Schweiz Marokkos“ bezeichnet) und das Skigebiet am Jbel Mischliffen bieten im Winter Skipisten.
  • Wirtschaft: Neben der Landwirtschaft und dem Tourismus spielt der Bergbau (Blei- und Silberminen bei Midelt) eine regionale Rolle. Die Nationalstrasse RN8 und der Pass Col du Zad (2'178 m) bilden die Hauptverkehrsachse zwischen Fès und dem Süden.