Fauna und Flora · Tiere

Maurische Landschildkröte

Die Maurische Landschildkröte gehört zur Gattung der Paläarktischen Landschildkröten

Aktualisiert 2026, maghrib.ch
Maurische Landschildkröte im Sand
Maurische Landschildkröte im Sand
Die Maurische Landschildkröte gehört zur Gattung der Paläarktischen Landschildkröten Abschnitte

Allgemeines


Die Maurische Landschildkröte (Testudo graeca) gehört zur Gattung der Paläarktischen Landschildkröten und ist im gesamten Mittelmeerraum, Nordafrika und Asien beheimatet. Als wechselwarmes, rein pflanzenfressendes Reptil kann sie unter optimalen Bedingungen in Gefangenschaft ein Alter von über 100 Jahren erreichen. Da sie stark gefährdet ist, unterliegt sie strengen Artenschutzbestimmungen (WA-Anhang II / EU-Anhang A) und ist melde- und dokumentationspflichtig.

Artgerechte Haltung


Unterbringung:
Ausschliesslich im Freigehege mit strukturiertem Gelände (Hügel, Steine, Verstecke). Eine reine Wohnungshaltung ist nicht artgerecht.
Ausstattung:
Ein beheizbares Frühbeet- oder Schutzhaus mit einer Wärmelampe (bis 40 °C) ist zwingend erforderlich.
Ernährung:
Rein vegetarisch (Wildkräuter, Gräser, Blüten). Kein Obst, Gemüse oder tierische Nahrung füttern. Sepiaschalen für die Kalziumzufuhr bereitstellen.
Winterstarre:
Europäische und asiatische Unterarten (wie T. g. ibera) halten eine 3- bis 5-monatige Winterstarre bei ca. 4–8 °C (z. B. im Kühlschrank oder Keller). Nordafrikanische Unterarten überwintern oft nicht.
Sozialverhalten:
Männchen sind untereinander oft sehr aggressiv und sollten idealerweise einzeln gehalten werden. Verschiedene Schildkrötenarten (z. B. Griechische und Maurische) dürfen wegen Hybridisierungsgefahr und Stress nicht zusammenleben.

Warnsignale für Krankheiten


Schildkröten verbergen Krankheiten lange. Bei folgenden Anzeichen der Schweizer Reptilien-Fachpraxis NACVet sollte sofort ein reptilienkundiger Tierarzt aufgesucht werden:

  • Weicher oder verformter Panzer (Anzeichen für die Knochenkrankheit MBD)
  • Ausfluss aus Nase oder Augen sowie Atemgeräusche bzw. Maulatmung
  • Apathie und Futterverweigerung für mehr als 5–7 Tage während der Aktivphase
  • Ein Gewichtsverlust von über 10 % (besonders nach der Winterruhe)

Wichtige Merkmale & Lebensweise


Grösse & Gewicht:
Je nach Unterart (es gibt ca. 10 bis 13 Unterarten) erreichen die Tiere eine Panzerlänge von 20 bis 35 cm und ein Gewicht von bis zu 5 kg.

Erkennungsmerkmale:
Typisch für die Art sind auffällige Hornkegel (Sporen) an den Hinterschenkeln zwischen Schwanz und Bein sowie das Fehlen eines harten Hornnagels am Schwanzende (im Gegensatz zur Griechischen Landschildkröten).

Temperaturbedarf:
Die optimale Körpertemperatur liegt bei 22–37 °C. Sie benötigt täglich Zugang zu Sonnen- oder Wärmequellen mit Temperaturen von über 30 °C für einen aktiven Stoffwechsel. Temperaturen über 40 °C sind für die Tiere lebensgefährlich.